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Corona-Lagegruppe eingerichtet

Anfang März hat die GMSH eine Lagegruppe eingerichtet, um die Auswirkungen der Coronakrise auf die GMSH zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erarbeiten. Die Lagegruppe trifft sich seitdem werktags täglich.

Eine der erste Maßnahmen der Lagegruppe war die sofortige Einrichtung einer Notrufnummer und einer E-Mailadresse, an die sich die GMSH-Beschäftigten mit ihren Fragen rund um ihr Arbeitsverhältnis während der Krise wenden können. Betreut wird die Notrufnummer von Kerstin Otte und Kim-Christin Haberl. Im Interview beantworten die beiden wie sich ihr Arbeitsleben von jetzt auf gleich verändert hat.

 

Welche Fragen haben die Kolleginnen und Kollegen gerade am Anfang der Pandemie am häufigsten gestellt?

Kim-Christin Haberl: Zu Beginn haben wir viele Anrufe erhalten, in denen wir Aufklärungsarbeit geleistet haben. Wir haben Handlungshinweise und Informationsquellen an die Hand gegeben, um die Unsicherheiten der Beschäftigten zu beseitigen. Zahlreiche Fragen bezogen sich auf die vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiete. Da viele Beschäftigte in der nächsten Zeit einen Urlaub geplant hatten, war die Verunsicherung groß, inwieweit dieser noch stattfinden kann oder wie man sich nach dem Urlaub zu verhalten hat. Auch die Frage, wann die Standorte mit Desinfektionsmittel rechnen können, beschäftigte uns fast täglich. Die Bereitstellung von Desinfektionsmittel war und ist ein großer Wunsch der Beschäftigten. Da es aktuell zu Lieferverzug kommt, sind uns leider selbst die Hände gebunden. Wir versuchen, so schnell wie möglich geeignete Mittel zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang verweisen wir immer wieder auf das ordnungsgemäße Händewaschen, das auch die Ansteckungsgefahr minimiert. Mit den Beschäftigten direkt oder mit ihren Führungskräften haben wir häufig Rücksprache gehalten, wenn diese Kontakt zu Personen hatten, bei denen wiederum ein Verdacht auf eine Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus bestand oder wenn die Beschäftigten selbst Krankheitssymptome aufwiesen. Diese Fälle wurden meist in der Lagegruppe oder im kurzen Austausch untereinander besprochen.

Viele der immer wiederkehrenden Fragen haben wir als Intranetmeldung veröffentlicht, damit diese Hinweise allen zur Verfügung stehen.

Kim-Christin Haberl
Wie informieren Sie sich über den jeweils aktuellen Stand und mit wem stimmen Sie sich ab?

Kerstin Otte:Ausgangspunkt für die Beschaffung von Informationen war und ist für mich seit Beginn der Pandemie die Seite des Robert-Koch-Instituts. Dort bringe ich mich jeden Morgen auf den neuesten Stand, bevor wir in der Lagegruppe zusammenkommen. Weiter geht es dann meistens kurz auf diversen offiziellen Seiten der Regierung für ein eher allgemeines Update, bevor ich mich spezifischeren Themen widme, die aus den neuesten Anfragen der Kolleginnen und Kollegen resultieren. Ohne Internet wäre ich in der derzeitigen Situation tatsächlich aufgeschmissen. Weil laufend neue Erkenntnisse gewonnen werden, reicht es eben auch nicht aus, sich nur einmal zu informieren. Den größten Leseanteil haben bei mir allerdings häufig Artikel der Zeit, die ich dann nach Feierabend aufsauge, weil dort nicht nur die harten Fakten vermittelt werden. Das Thema lässt mich nämlich auch privat kaum noch los – ich vermute, da geht es mir wie den meisten Kolleginnen und Kollegen. Eine Abstimmung findet grundsätzlich täglich montags bis freitags mit der Lagegruppe statt, in der wir alle relevanten Themen zusammen besprechen. Manchmal können Anfragen aber nicht so lange warten und dann stimme ich mich bei Unsicherheiten kurzfristig mit Kim ab. Das passiert dann auch schon mal abends auf dem Sofa, wenn das Notruftelefon noch mal klingelt. Je nachdem, welches Thema gerade bewegt, holen wir uns dann natürlich noch Rat bei den entsprechenden Profis aus der Lagegruppe.

Ich habe gemerkt, dass ein gut funktionierendes Netzwerk Gold wert ist, um handlungsfähig zu sein und Themen schnellstmöglich anpacken zu können.

Kerstin Otte
Es ist natürlich zu früh, um ein Fazit zu ziehen, aber gibt es bereits jetzt etwas, das Sie für Ihre Arbeit nach der Krise mitnehmen können?

Kerstin Otte: Die ganze Situation hat sich unglaublich rasant entwickelt und es gab bisher nicht nur einen Moment, in dem ich dachte, die Flut an Informationen und Anfragen nicht mehr händeln zu können. Ich habe gemerkt, dass ein gut funktionierendes Netzwerk Gold wert ist, um handlungsfähig zu sein und Themen schnellstmöglich anpacken zu können. In diesem Fall die Lagegruppe und besonders der enge Kontakt zu Kim. Eine Aussage von einem Menschen der WHO ist mir in Erinnerung geblieben, der im Zusammenhang mit solchen Krankheitsausbrüchen sagte: „Geschwindigkeit sticht Perfektion“. So empfinde ich es auch. Schnelles Handeln ist jetzt das Gebot der Stunde. Jedoch würde ich zukünftig gerne besser vorbereitet sein, und dabei denke ich nicht gleich an ein ähnlich schlimmes Szenario. Die jährliche Grippewelle ist ja schon schlimm genug. Es gibt aber bereits Überlegungen von unserem GMSH-Arbeits- und Gesundheitsschutz, die in diese Richtung abzielen, sei es die Erstellung eines Pandemieplans oder die grundsätzliche Überarbeitung des Themas Infektionsschutz z. B. in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen.

 

Interview vom 1. April 2020 mit Kerstin Otte und Kim-Christin Haberl aus der GMSH-Lagegruppe

Kerstin Otte
Kim-Christin Haberl
GMSH-Lagegruppe
Profilbild von: Natali Fricke

Autor/in

Natali Fricke

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit