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Wo bauen wir noch?

Abstand halten in Zeiten von Corona – was bei Bürojobs organisatorisch gut lösbar ist, gilt nicht für Baustellen. Kein Maurer kann im Homeoffice ein Haus errichten, kein Zimmermann einen Dachstuhl. Was bedeutet das für die GMSH? Gabriele Pfründer, Geschäftsbereichsleiterin im Landesbau, berichtet über die aktuelle Situation auf den GMSH-Baustellen.

Frau Pfründer, wird auf unseren Baustellen fürs Land noch gebaut?

Derzeit bestehen keine sicherheitsbehördlichen Anordnungen, laufende Baumaßnahmen zu unterbrechen oder zu stoppen. Die GMSH führt also bis auf Weiteres laufende Baumaßnahmen weiter. Die Kolleginnen und Kollegen setzen dabei alles daran, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten oder auf eventuelle Störungen angemessen zu reagieren. Hygiene-, Verhaltens- und Ablaufempfehlungen bzw. Anordnungen werden selbstverständlich berücksichtigt. Die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Sicherheit der Beschäftigten aller für uns tätigen Firmen geht immer vor. Daher halten sie sich an die Verhaltensregeln gemäß Vorgaben des SiGeKo (Sicherheits- und Gesundheitskoordination) und an unseren GMSH-Handlungsleitfaden. Gerade auf Großbaustellen wie z.B. auf dem Uni-Campus in Kiel ist das unprobplematisch, da sich die Gebäude meist noch im Rohbau befinden und somit an der frischen Luft gearbeitet wird. Bei den Bauunterhaltungsmaßnahmen im Bestand in sonst stark frequentierten Gebäuden wie in Lehrgebäuden, Museen und Gerichten finden die Firmen nunmehr Baufreiheit vor, da die dort tätigen Personen auch nicht anwesend sind. So können sie sogar verstärkt arbeiten.

 

Welche Schutzmaßnahmen müssen auf unseren Baustellen berücksichtigt werden?

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf der Baustelle hat oberste Priorität. Dafür müssen bauliche und organisatorische Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene eingehalten werden. Unsere Sicherheits- und Gesundheitskoordination (SiGeKo) hat Verhaltensanweisungen erarbeitet, die inhaltlich auf Angaben der staatlichen Arbeitsschutzbehörde der Unfallkasse Nord basieren. Dazu gehört unter anderem, dass Anwesenheitslisten von den Firmen geführt werden.

 

Dürfen denn alle Baustellen überhaupt noch betreten werden oder gibt es auch Nutzer, die ihre Liegenschaften für Externe geschlossen haben?

In diesen Zeiten der Corona-Pandemie sollte grundsätzlich über allem der Gesundheitsschutz stehen. Das muss aber einhergehen können mit unserer Hauptaufgabe, die Bautätigkeit und die Zahlungsflüsse insbesondere mit Blick auf die gesamtwirtschaftliche Stabilität soweit wie möglich aufrecht zu erhalten. Bis jetzt darf deshalb nur nicht gebaut werden in Bereichen der Patientenunterbringung im UKSH und in Haftbereichen von Justizvollzugsanstalten sowie teilweise in den Ministerien. Häufig wie z.B. an Universitäten  darf und soll sogar gebaut werden, da wie gesagt oft keine Lehre stattfindet und die Gebäude leer stehen. Zudem haben wir gültige Verträge mit ausführenden Firmen und genehmigte Mittel, die ansonsten verfallen.

 

Gibt es Bedenken oder Schwierigkeiten aufgrund der eingeschränkten Reisemöglichkeiten?

Es werden vermehrt Passierscheine angefordert, um nachzuweisen, dass die Reisetätigkeit dienstliche Zwecke erfüllt. Bisher sind aber diesbezüglich keine Probleme mit Behörden bekannt. Anfänglich bestand eine Unsicherheit, in deren Folge einige Auftragnehmer sich schriftlich zu möglichen Einschränkungen äußerten. Im Großen und Ganzen sind die Baustellen jedoch mit Arbeitskräften bestückt. Nachunternehmer aus dem EU-Ausland haben eventuell Quarantänemaßnahmen zu beachten.

 

Haben die Baufirmen denn überhaupt noch genügend Materialien oder sind die Nachschübe gesichert?

Derzeit haben wir keine konkreten Hinweise auf Probleme. Für die Großbaustelle Domsanierung Schleswig wurden Materialien wie Kupferbekleidungen vorsorglich im vollen Umfang bestellt und auf der Baustelle sicher gelagert, damit es dort zu keinen Engpässen kommt.

 

Interview vom 22. April 2020 mit Gabriele Pfründer, Leiterin des Geschäftsbereiches Landesbau

Profilbild von: Natali Fricke

Autor/in

Natali Fricke

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit