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Ausnahmezustand: Ausbildung auf Abstand

Ausbildung lebt vom Austausch, vom Vor- und Nachmachen und der Kontrolle von Arbeitsaufträgen. Abstand zu halten ist da oftmals nicht möglich, da die Ausbilderinnen und Ausbilder eng mit den Azubis zusammenarbeiten, ihnen Sachen erklären und über die Schulter schauen. Übergangsweise kann die Zeit mit theoretischen Aufgaben überbrückt werden, aber das ist keine dauerhafte Lösung. Jede kreative Idee ist gefragt, damit die GMSH ihre hohe Ausbildungsqualität erfüllen kann. Zwei Azubis berichten, wie sie es schaffen alle Ausbildungsinhalte trotz Abstand zu erlernen.

Fabian Walter, Azubi zum Personaldienstleistungskaufmann

Corona wirbelt alle Arbeitsabläufe durcheinander, auch die der Auszubildenden. Mit dem ersten Erlass des Landes Schleswig-Holstein wurde ich nach Hause geschickt und musste meine Aufgaben am heimischen Schreibtisch erledigen. Es kamen Fragen auf, wie es weitergehen wird und wie die Situation bezüglich der Prüfungen ist, da meine Abschlussprüfung zu dem Zeitpunkt direkt vor der Tür stand.

Zum Glück haben wir von unserer Ausbildungsleitung Frau Haß regelmäßig Informationen bekommen, sodass man immer auf dem neuesten Stand war.

Fabian Walter

Seit einigen Wochen bin ich wieder im Büro bei der Personalbetreuung. Normalerweise bearbeite ich komplizierte Aufgaben, bei denen mir die Herangehensweise nicht ganz geläufig ist, gemeinsam mit meiner Betreuerin. Dies ist aber aktuell nicht möglich, da meine Betreuerin im Homeoffice ist. Aus diesem Grund telefonieren wir viel. Mit Hilfe eines Tools ist es außerdem möglich, dass man seinen Bildschirm teilt und meine Betreuerin sehen kann, was ich bearbeite. Auf diese Weise lassen sich die Aufgaben und Arbeitsschritte leichter besprechen.

In der eigentlichen Berufsschulzeit habe ich von meinen Lehrkräften Aufgaben erhalten. Die Lösungen konnten wir unserem Lehrer schicken. Er hat uns eine Rückmeldung dazu gegeben, was falsch ist oder was man verbessern kann, und er hat uns Tipps zu dem jeweiligen Aufgabenbereich gegeben. Mein Klassenlehrer war auch durchgehend erreichbar, sodass ich bei Fragen schnell eine Rückmeldung bekommen habe. Ab dem 7. Mai darf ich wieder zur Schule und kann mir den letzten Feinschliff für die Prüfung holen.

Interview mit Fabian Walter vom 5. Mai 2020

Anna-Lena Böhnke, Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement

Als es hieß, dass die Azubis nun von zu Hause arbeiten sollen, befand ich mich in der ersten Woche meines zweiten Berufsschulblocks. Da auch die Schulen zu dieser Zeit geschlossen wurden, bedeutete dies für meine Mitazubis und mich, dass wir den gesamten Block selbstständig von zu Hause erarbeiten mussten.

Trotz anfänglicher Bedenken gelang dies, vor allem durch den Austausch mit den anderen Azubis, aber überraschend gut.

Anna-Lena Böhnke

Seit einiger Zeit ist mein Ausbildungsplatz nun mein Schreibtisch im Wohnzimmer. Das ist natürlich mit Einschränkungen verbunden, weil ich keinerlei Zugriff auf die GMSH-Server habe. Ein großer Nachteil dabei ist, dass es mir schwerer fällt Arbeit und Privat zu trennen und ich oft kein Ende finde. Meine Arbeitszeit verbringe ich zu gleichen Teilen mit Aufgaben aus der Personalabteilung und dem Geschäftsbereich Bundesbau. Trotz der ungewohnten Entfernung zu meinen Ausbilderinnen und Ausbildern fühle ich mich jederzeit sehr gut aufgehoben und unterstützt. Außerdem ist die Arbeit sehr abwechslungsreich. Für mich bringt sie aber auch viele ungewöhnliche Situationen mit sich. So war ich zum Beispiel in einer Telefonkonferenz, bei der ich viele neue Stimmen kennengelernt habe. Die Gesichter dazu werde ich hoffentlich irgendwann auch einmal sehen und dann den Stimmen zuordnen können.

Das ist auch genau das, was mir wirklich sehr fehlt: ein nettes Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder einfach nur ein freundliches Lächeln beim Vorbeigehen. All dies fehlt mir am meisten.

Anna-Lena Böhnke

Interview mit Anna-Lena Böhnke vom 6. Mai 2020

 

Auf der anderen Seite steht unsere Ausbildungsleitung Kim-Kristin Haß. Ihre Herausforderung ist es, als Ausbildungsbetrieb die Ausbildungsqualität während der Coronakrise aufrecht zu erhalten. Dazu gehören kreative Ideen, neue Workflows und viel Geduld.

Zum Beitrag  Wie geht es unseren Azubis während der Pandemie?

Profilbild von: Natali Fricke

Autor/in

Natali Fricke

Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit